Was ist EN 12756?
EN 12756 ist die europäische Norm für Gleitringdichtungen (engl.: mechanical seals, face seals). Sie legt die grundlegenden Begriffe, Definitionen, Maße und Einbauräume für Gleitringdichtungen fest, die in Kreiselpumpen, Rührwerken und ähnlichen Turbomaschinen mit rotierenden Wellen eingesetzt werden.
Was EN 12756 regelt:
- Definitionen und Terminologie für Gleitringdichtungen
- Einbaumaßreihen (L1, L2-Baureihen)
- Toleranzanforderungen für Wellenbohrungen und Einbauräume
- Anschlussmaße für verschiedene Wellendurchmesser
- Klassifizierungssystem für Gleitringdichtungen nach Ausführung und Werkstoff
Warum die Norm wichtig ist:
Gleitringdichtungen verschiedener Hersteller müssen bei gleicher Baureihe austauschbar sein. EN 12756 schafft diese Interoperabilität — eine EN-12756-konforme Gleitringdichtung von Hersteller A passt in die gleiche Pumpe wie eine von Hersteller B, wenn beide dieselbe Baureihe und Wellengröße spezifizieren.
Aufbau und Funktion einer Gleitringdichtung
Eine Gleitringdichtung dichtet eine rotierende Welle gegen das Gehäuse ab. Sie besteht im Wesentlichen aus:
| Komponente | Funktion |
|---|---|
| Rotierender Gleitring | Dreht mit der Welle mit, bildet eine Hälfte der Dichtfläche |
| Stationärer Gegenring | Im Gehäuse fixiert, bildet die andere Hälfte der Dichtfläche |
| Sekundärdichtungen (O-Ringe) | Dichten die Gleitringe gegenüber Welle und Gehäuse ab |
| Feder | Hält die Gleitflächen in Kontakt — sorgt für Anpressdruck auch ohne Systemdruck |
Was HP-Dichtungen zu EN 12756 liefert
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Gleitringdichtungen für Kreiselpumpen
Gleitringdichtungen nach EN 12756 für Standard-Kreiselpumpen im Heizungs-, Wasser- und Industriebereich.
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Sekundärdichtungen für Gleitring-Einbauräume
O-Ringe und Formdichtungen für die Sekundärdichtfunktion von Gleitringdichtungen — NBR, EPDM, FKM nach Anforderung.
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Werkstoffberatung für Gleitringe
Siliziumkarbid, Wolfram, Kohlegraphit — welche Gleitringwerkstoffe bei Ihren Medien und Betriebsbedingungen geeignet sind.
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Ersatz und Austausch nach EN 12756
Austauschbare Gleitringdichtungen für bestehende Pumpen — korrekte Baureihe und Wellendurchmesser nach EN 12756 auswählen.
Für welche Anwendungen gilt EN 12756?
- Wellendichtungen in Kreiselpumpen (Wasser, Öl, Chemikalien)
- Rührwerke und Mischer in der chemischen und pharmazeutischen Industrie
- Prozesswasserpumpen in Heizungsanlagen und Klimatechnik
- Abwasserpumpen und Schmutzwasserpumpen
Häufige Fragen zu EN 12756
Was ist der Unterschied zwischen L1 und L2-Gleitringdichtungen?
L1-Baureihe hat kürzere Einbaulängen und ist für kompakte Pumpen geeignet. L2-Baureihe hat längere Einbaulängen für größere Dichtungen. Die Wahl hängt vom verfügbaren Einbauraum in der Pumpe ab — Pumpenhersteller geben in der Dokumentation die Baureihe an.
Welche Werkstoffe werden für Gleitringdichtungen eingesetzt?
Die Gleitflächen bestehen häufig aus Siliziumkarbid (SiC) oder Wolframkarbid als Gegenmaterial zu Kohlegraphit. Die Sekundärdichtungen (O-Ringe) sind je nach Medium NBR, EPDM, FKM oder PTFE. Die Werkstoffauswahl richtet sich nach Medium, Temperatur und Druck.
Wann sollte eine Gleitringdichtung ersetzt werden?
Gleitringdichtungen sollten ersetzt werden bei sichtbarer Leckage, erhöhter Leckageentwicklung, Schäden an den Gleitflächen oder bei Revisionen nach den Herstellervorgaben. Präventiver Austausch ist wirtschaftlicher als der Ausfall durch eine defekte Dichtung.
