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Dynamische Dichtungen für industrielle Anwendungen

Darstellung eines Radiallagers im Prüfstand, in welchem typischerweise dynamische Dichtungen eingesetzt werden.

Dynamische Dichtungen sorgen für die zuverlässige Abdichtung bewegter Bauteile wie Kolben, Stangen oder rotierender Wellen. Sie minimieren Reibung, verhindern Leckagen und schützen Systeme dauerhaft vor Verschleiß, Schmutz und Druckverlusten – selbst unter hohen mechanischen Belastungen.

Aktualisiert 22. Juni 2026
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Dynamische Dichtungen im Überblick

Technische Darstellung des Aufbaus eines Wellendichtrings als Symbolbild für dynamische Dichtungen, die im Einbauraum rotieren können.

Im Gegensatz zu statischen Dichtungen arbeiten dynamische Dichtungen bei Relativbewegung zwischen den Dichtflächen. Sie dichten bewegte Bauteile wie Kolben, Stangen oder rotierende Wellen zuverlässig ab und müssen dabei Reibung, Verschleiß und Druckbelastungen dauerhaft beherrschen.

Typische Bauformen sind Kolben- und Stangendichtungen, Wellendichtringe sowie Abstreifer für lineare und rotierende Bewegungen in Hydraulik-, Pneumatik- und Antriebssystemen.

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Dynamische Dichtungslösungen für bewegte Anwendungen

In dynamischen Anwendungen kommen unterschiedliche Dichtungslösungen für lineare und rotierende Bewegungen zum Einsatz. Je nach Druck, Geschwindigkeit, Medium und Belastung werden spezielle Dichtungsprofile eingesetzt, um Reibung, Verschleiß und Leckagen dauerhaft zu minimieren.

Alle genannten Dichtungselemente sorgen für eine zuverlässige Abdichtung zwischen bewegten Bauteilen und verhindern Leckagen, Verschleiß und Systemausfälle. Die Auswahl der passenden dynamischen Dichtung hängt vom jeweiligen Einsatzzweck ab. Unsere Experten beraten Sie gerne bei der Auswahl.

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Unterschied zwischen dynamischen und statischen Dichtungen

Dynamische Dichtungen kommen dort zum Einsatz, wo bewegte Bauteile zuverlässig gegeneinander abgedichtet werden müssen – also bei Relativbewegung zwischen den Dichtflächen. Sie sind technisch anspruchsvoller, müssen Reibung und Verschleiß minimieren und sind meist wartungsintensiver als statische Dichtungen.

Statische Dichtungen hingegen arbeiten zwischen festen Bauteilen ohne Bewegung. Sie sind vergleichsweise einfach aufgebaut, äußerst langlebig und punkten durch geringe Wartungsanforderungen.

Kriterium
Dynamische Dichtungen
Statische Dichtungen
Funktion
Abdichtung zwischen bewegten Bauteilen (z. B. Kolben, Stangen, Wellen)
Abdichtung zwischen festen, unbeweglichen Bauteilen
Bewegung
Relativbewegung vorhanden, hohe Anforderungen an Verschleiß und Reibung
Keine Relativbewegung zwischen den Dichtflächen
Materialien
Elastomere, PTFE, PU, Spezialcompounds

Elastomere, Fasermaterialien, PTFE, Metall

Typische Anwendungen
Hydraulikzylinder, Pneumatikzylinder, Pumpen, Motoren, Wellenabdichtungen
Flansche, Gehäusedeckel, Rohrverschraubungen, Ventile
Lebensdauer & Wartung
Höherer Verschleiß, regelmäßige Wartung und Austausch nötig
Lange Standzeiten, geringer Verschleiß, seltene Wartung
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Einsatzbereiche von dynamischen Dichtungen

Dynamische Dichtungen kommen überall dort zum Einsatz, wo bewegte Bauteile zuverlässig gegeneinander abgedichtet werden müssen. Sie sorgen für Sicherheit, Effizienz und lange Standzeiten in anspruchsvollen Systemen. Ob in Hydraulik- und Pneumatikzylindern, Pumpen, Motoren oder Getrieben – dynamische Dichtungen verhindern Leckagen, schützen Anlagen und sichern die Funktion kritischer Systeme.

Typische Branchen und Anwendungen sind:

Maschinenbau & Hydraulik

Dynamische Dichtungen für Hydraulik- und Pneumatikzylinder, Ventile und Steuerungssysteme – in mobilen Arbeitsmaschinen und stationären Industrieanlagen.

Baumaschinen

Hochbelastbare dynamische Dichtungen für Hydraulikzylinder, Schwenkantriebe und Fahrwerkskomponenten in Baggern, Raupen und Hubarbeitsbühnen.

Automotive-Anwendungen

Dynamische Dichtungen für Automotive-Zulieferer, E-Mobilitätsprojekte, Nutzfahrzeuge und fahrzeugnahe Antriebssysteme.

Energietechnik

Dichtungen für Turbinen, Pumpen, Kompressoren und Generatoren – ausgelegt für Dauerbetrieb, hohe Drücke und extreme Temperaturen.

Chemie- & Pharmaindustrie

Medienbeständige dynamische Dichtungen aus FKM, PTFE oder EPDM für aggressive Chemikalien, Reinheitsprozesse und hohe Sicherheitsanforderungen.

Lebensmittelindustrie

Hygienische, FDA-konforme dynamische Dichtungen für Pumpen, Homogenisatoren und Abfüllanlagen – beständig gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel.

Hinweis

Hinweis zu unseren Branchenlösungen

Auf unseren Branchenartikeln finden Sie jeweils eine Übersicht über die spezifischen Dichtungslösungen, die in Ihrer Industrie besonders gefragt sind. So erhalten Sie detaillierte Informationen zu Materialien, Bauformen und Einsatzgrenzen.

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Materialien für dynamische Dichtungen

Die Wahl des richtigen Werkstoffs ist entscheidend für die Funktionssicherheit und Lebensdauer dynamischer Dichtungen. Da sie ständig Bewegung, Reibung und Verschleiß ausgesetzt sind, stehen vor allem Abriebbeständigkeit, Rückstellverhalten und Medienverträglichkeit im Vordergrund.

Je nach Bewegungsart, Betriebsdruck, Temperatur und Medium kommen unterschiedliche Elastomere, PTFE-Compounds und Hochleistungswerkstoffe zum Einsatz:

  • PU (Polyurethan): sehr abriebfest, hohe Rückstellkraft – Standard für Hydraulikdichtungen bei linearen Bewegungen
  • NBR (Nitrilkautschuk): gute Öl- und Kraftstoffbeständigkeit, wirtschaftlicher Allround-Werkstoff für viele dynamische Anwendungen
  • PTFE-Compounds: sehr geringe Reibung, hohe chemische Beständigkeit – eingesetzt in reibungsoptimierten und chemisch beanspruchten Dichtungssystemen
  • FKM (Viton™): hohe Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit für anspruchsvolle dynamische Einsätze
  • HNBR: verstärkter Nitrilkautschuk mit verbesserter Wärme- und Medienbeständigkeit – häufig im Automotive- und Energiebereich

Die Materialwahl richtet sich nach dem Betriebsmedium, der Bewegungsgeschwindigkeit, dem Systemdruck und den Temperaturanforderungen. Da dynamische Dichtungen ständig unter Bewegungs- und Reibungsbelastung stehen, ist die Langzeitstabilität des Werkstoffs – insbesondere Abriebverhalten, Quellneigung und Elastizitätsverlust – ein entscheidendes Auswahlkriterium.

Eine allgemeine Übersicht über alle Werkstoffgruppen in der Dichtungstechnik finden Sie in unserer Werkstoffübersicht:

Werkstoffübersicht Dichtungstechnik

Übersicht aller Werkstoffgruppen – finden Sie das passende Material für Ihre dynamische Dichtungsanwendung

Achtung

Wichtiger Hinweis zur Werkstoffauswahl

Ein falsch gewählter Werkstoff führt bei dynamischen Dichtungen zu erhöhtem Verschleiß, Leckagen oder vorzeitigem Systemausfall. Lassen Sie sich bei der Werkstoffauswahl von unseren Experten unterstützen.

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Häufig gestellte Fragen zu dynamischen Dichtungen

Was unterscheidet dynamische Dichtungen von statischen Dichtungen?

Dynamische Dichtungen arbeiten zwischen Bauteilen, die sich relativ zueinander bewegen – linear wie bei Kolben und Stangen oder rotierend wie bei Wellen. Sie müssen neben der Abdichtung dauerhaft Reibung, Verschleiß und wechselnde Druckbelastungen beherrschen. Statische Dichtungen hingegen arbeiten zwischen ruhenden Bauteilen ohne Relativbewegung – z. B. in Flanschen oder Gehäusen. Sie sind konstruktiv einfacher und erreichen bei richtiger Werkstoffwahl sehr lange Standzeiten. Dynamische Dichtungen sind technisch anspruchsvoller, wartungsintensiver und erfordern eine sorgfältigere Werkstoff- und Profilauswahl.

Wann werden Kolbendichtungen eingesetzt und wann Stangendichtungen?

Kolbendichtungen dichten den Raum zwischen dem beweglichen Kolben und der Zylinderwand ab. Sie trennen die Druckkammern im Zylinder und sorgen für eine verlustfreie Kraftübertragung. Stangendichtungen dichten die aus dem Zylinder herausgeführte Kolbenstange nach außen ab – sie verhindern, dass Hydraulik- oder Pneumatikmedium austritt. In einem vollständigen Zylinder arbeiten beide Dichtungsarten zusammen. Ergänzt werden sie in der Regel durch Abstreifer, die grobe Verschmutzungen von der Stange fernhalten, bevor diese in den Dichtbereich einläuft.

Welche Dichtungen eignen sich für rotierende Wellen?

Für rotierende Wellen und Drehdurchführungen kommen vor allem Wellendichtringe (Radialwellendichtringe, auch Simmeringe® genannt) sowie Rotationsdichtungen zum Einsatz. Wellendichtringe dichten eine rotierende Welle gegenüber einem festen Gehäuse ab und verhindern den Austritt von Öl oder anderen Medien sowie das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit. Die Werkstoffwahl – typischerweise NBR, FKM oder PTFE – richtet sich nach Drehzahl, Temperatur und dem abzudichtenden Medium. Bei hohen Gleitgeschwindigkeiten oder aggressiven Medien kommen häufig PTFE-Lippendichtungen zum Einsatz.

Welche Werkstoffe werden für dynamische Dichtungen verwendet?

Die Werkstoffauswahl für dynamische Dichtungen richtet sich nach Bewegungsart, Medium, Druck und Temperatur. PU (Polyurethan) ist besonders abriebfest und die erste Wahl für Hydraulikdichtungen bei linearen Bewegungen. NBR ist der wirtschaftliche Standard für Öl- und Kraftstoffanwendungen. PTFE-Compounds bieten sehr geringe Reibung und hohe chemische Beständigkeit. FKM (Viton®) wird bei hohen Temperaturen und aggressiven Medien eingesetzt. HNBR eignet sich für erhöhte Temperatur- und Medienanforderungen im Automotive- und Energiebereich. Falsch gewählte Werkstoffe führen zu erhöhtem Verschleiß und vorzeitigem Ausfall.

Was sind die häufigsten Ursachen für Leckagen bei dynamischen Dichtungen?

Leckagen an dynamischen Dichtungsstellen entstehen häufig durch falsche Werkstoffwahl, verschlissene oder beschädigte Dichtprofile, unzureichende Oberflächengüte der Dichtflächen sowie durch Überschreitung der zulässigen Druck- oder Temperaturgrenzen. Ein weiterer häufiger Grund ist Schmutzeinschluss – wenn Abstreifer fehlen oder versagen, gelangt Schmutz in den Dichtbereich und beschädigt die Dichtlippen. Auch fehlerhafte Montage – z. B. verdrillte oder eingeklemmte Dichtungen – ist eine typische Schadensursache. Im Schadensfall gibt das Verschleißbild der Dichtung wichtige Hinweise auf die eigentliche Fehlerursache.

Welche Unterschiede bestehen zwischen Hydraulik- und Pneumatikdichtungen?

Hydraulikdichtungen arbeiten unter hohem Systemdruck – typischerweise zwischen 100 und 400 bar – in Verbindung mit Hydrauliköl. Sie müssen formstabil und extrudionsfest sein, weshalb häufig PU, NBR oder thermoplastische Elastomere eingesetzt werden. Pneumatikdichtungen arbeiten bei deutlich niedrigerem Druck, meist bis ca. 16 bar, mit Druckluft als Medium. Hier stehen geringer Reibungswiderstand und präzises Ansprechverhalten im Vordergrund, da bereits kleine Reibungsunterschiede das Systemverhalten beeinflussen. Beide Dichtungsarten erfordern unterschiedliche Profilgeometrien, Toleranzen und Oberflächenqualitäten im Einbauraum.

Wie lange halten dynamische Dichtungen und wovon hängt die Standzeit ab?

Die Standzeit dynamischer Dichtungen wird von mehreren Faktoren bestimmt: Werkstoffeignung für das Betriebsmedium, korrekte Einbaumaße und Oberflächengüte im Einbauraum, Einhaltung der zulässigen Druck-, Temperatur- und Geschwindigkeitsgrenzen sowie die Qualität der Medienführung. Verunreinigtes Hydrauliköl, zu hohe Betriebstemperaturen oder Seitenlasten auf Kolbenstangen verkürzen die Lebensdauer erheblich. Mit sauber ausgelegten Dichtungssystemen, regelmäßiger Ölkontrolle und korrekt ausgewählten Führungselementen lassen sich auch unter anspruchsvollen Bedingungen lange Wartungsintervalle erzielen.

Welche dynamische Dichtung ist die richtige für meine Anwendung?

Die Auswahl der richtigen dynamischen Dichtung hängt von mehreren Parametern ab: Art der Bewegung (linear oder rotierend), Betriebsdruck und Betriebstemperatur, abzudichtendes Medium, Einbaumaße sowie geforderte Standzeit und Wartungsintervalle. Dazu kommen werkstoffseitige Anforderungen wie Medienbeständigkeit, Reibungsverhalten und Temperaturstabilität. Eine fehlerhafte Auswahl führt zu erhöhtem Verschleiß, Leckagen oder Systemausfällen. Wenn Sie unsicher sind, welche Dichtung für Ihre Anwendung geeignet ist, unterstützen wir Sie gerne bei der Auslegung.

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Hersteller von dynamischen Dichtungen

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Als offizieller Parker Prädifa Händler vertreiben wir von HP-Dichtungen die Produkte eines der weltweit führenden Hersteller von Dichtungstechnik.

Gerade im Bereich der dynamischen Dichtungen bietet Parker eine große Vielfalt an Lösungen, um unterschiedlichste Einsatzbedingungen sicher und zuverlässig abzudecken.

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Für viele Anwendungen ist Parker Prädifa qualitativ die erste Wahl. Wenn jedoch Verfügbarkeit, Zeitdruck, Preisvorgaben oder eine abweichende technische Lösung entscheidend sind, greifen wir gezielt auf weitere Bezugsquellen zurück.

Dafür nutzen wir unser globales Netzwerk mit über 50 Herstellern und Produktionswerken weltweit. So erhalten Sie für jede Anwendung die beste Bezugsquelle und das technisch passende Produkt.

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