Was ist EN 1591-1?
EN 1591-1 ist die europäische Norm für die Berechnung von Flanschverbindungen mit runden Flanschen und Dichtungen. Sie beschreibt ein mechanisches Berechnungsmodell, das alle Kräfte und Momente in einer Flanschverbindung konsistent berücksichtigt:
- Montagezustand: Anziehen der Schrauben
- Betriebszustand: Betriebsdruck, Betriebstemperatur, externe Kräfte und Momente
- Thermische Einflüsse: Unterschiedliche Ausdehnung von Flansch, Schraube und Dichtung
Was EN 1591-1 sichert:
- Ausreichende Dichtwirkung unter allen Betriebszuständen
- Die Berechnung unterstützt die Auslegung, sodass Schrauben innerhalb ihrer zulässigen Beanspruchung betrieben werden
- Die Berechnung berücksichtigt die zulässige Beanspruchung des Flansches und hilft, unzulässige plastische Verformungen zu vermeiden
- Erreichung der geforderten Dichtheitsklasse gemäß EN 13555
Benötigte Eingangsdaten:
- Flansch- und Schraubengeometrie und -werkstoffe
- Betriebsdruck, -temperatur, externe Lasten
- EN-13555-Dichtungskennwerte (Q, Qmin, Qsmax, m-Faktor)
EN 1591-1 versus ältere Berechnungsverfahren
| Verfahren | Ansatz | Geltungsbereich |
|---|---|---|
| EN 1591-1 | Mechanistisches Modell, EN-13555-Dichtungskennwerte, thermische Einflüsse | Europa, aktueller Stand der Technik für Druckleitungen |
| ASME (m/y-Methode) | Empirische Faktoren, keine thermischen Einflüsse | USA, ASME-Druckbehältercode |
| AD-Merkblatt B7 | Vereinfachtes Verfahren, wird in vielen Anwendungen heute durch EN 1591-1 ergänzt oder ersetzt | Historisch, deutschsprachiger Raum |
Was HP-Dichtungen zur Flanschauslegung nach EN 1591-1 beiträgt
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EN-13555-Dichtungskennwerte für Ihre Berechnung
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TA-Luft und ATEX-konforme Lösungen
Für emissionsrelevante Anlagen (TA-Luft VDI 2440, TRBS) werden häufig hohe Dichtheitsanforderungen gestellt, die sich mit geeigneten EN-13555-Kennwerten nachweisen lassen.
Häufige Fragen zu EN 1591-1
Warum brauche ich EN-13555-Kennwerte für EN 1591-1?
EN 1591-1 berechnet, wie viel Schraubenkraft benötigt wird, damit die Dichtung im Betrieb dicht bleibt. Dafür braucht die Berechnung genaue Informationen über das Verhalten der Dichtung: wie viel Druck sie braucht, wie viel sie verträgt, wie sie sich bei Temperaturschwankungen verhält. Diese Daten sind die EN-13555-Kennwerte — ohne sie ist keine belastbare Berechnung möglich.
Muss ich EN 1591-1 für jede Flanschverbindung anwenden?
Nicht zwingend für jede Verbindung. Bei Standard-Flanschverbindungen mit genormten Dichtungen und Schrauben reicht oft eine qualifizierte Auswahl nach Hersteller-Auslegungstabellen. EN 1591-1 wird häufig angewendet, wenn Flanschverbindungen rechnerisch nachgewiesen werden müssen — beispielsweise bei komplexen Druckanlagen, erhöhten Temperaturen oder besonderen Dichtheitsanforderungen. Ob ein rechnerischer Nachweis erforderlich ist, richtet sich nach den geltenden Regelwerken und Projektvorgaben.
Was ist die Dichtheitsklasse und wie wähle ich sie?
Die Dichtheitsklasse L (L0.01 bis L1.0) gibt an, welche maximale Leckagerate die Verbindung haben darf. Für normale Wasseranlagen reicht L1.0. Für Dampf, Kohlenwasserstoffe oder emissionsrelevante Medien nach TA-Luft werden häufig höhere Dichtheitsanforderungen gestellt — die konkrete Anforderung ergibt sich aus den jeweiligen Regelwerken und Projektvorgaben.
