NORMEN

EN 1591-1 – Normgerechte Berechnung von Flanschverbindungen

Symbolbild für die normgerechte Berechnung von Flanschverbindungen nach EN 1591-1.

EN 1591-1 ist die europäische Berechnungsnorm für Flanschverbindungen. Sie ersetzt ältere empirische Auslegungsverfahren durch ein mechanisch konsistentes Modell — unter Verwendung von Dichtungskennwerten nach EN 13555.

Aktualisiert 10. Juli 2026
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Was ist EN 1591-1?

EN 1591-1 ist die europäische Norm für die Berechnung von Flanschverbindungen mit runden Flanschen und Dichtungen. Sie beschreibt ein mechanisches Berechnungsmodell, das alle Kräfte und Momente in einer Flanschverbindung konsistent berücksichtigt:

  • Montagezustand: Anziehen der Schrauben
  • Betriebszustand: Betriebsdruck, Betriebstemperatur, externe Kräfte und Momente
  • Thermische Einflüsse: Unterschiedliche Ausdehnung von Flansch, Schraube und Dichtung

Was EN 1591-1 sichert:

  • Ausreichende Dichtwirkung unter allen Betriebszuständen
  • Die Berechnung unterstützt die Auslegung, sodass Schrauben innerhalb ihrer zulässigen Beanspruchung betrieben werden
  • Die Berechnung berücksichtigt die zulässige Beanspruchung des Flansches und hilft, unzulässige plastische Verformungen zu vermeiden
  • Erreichung der geforderten Dichtheitsklasse gemäß EN 13555

Benötigte Eingangsdaten:

  • Flansch- und Schraubengeometrie und -werkstoffe
  • Betriebsdruck, -temperatur, externe Lasten
  • EN-13555-Dichtungskennwerte (Q, Qmin, Qsmax, m-Faktor)
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EN 1591-1 versus ältere Berechnungsverfahren

Verfahren
Ansatz
Geltungsbereich
EN 1591-1
Mechanistisches Modell, EN-13555-Dichtungskennwerte, thermische Einflüsse
Europa, aktueller Stand der Technik für Druckleitungen
ASME (m/y-Methode)
Empirische Faktoren, keine thermischen Einflüsse
USA, ASME-Druckbehältercode
AD-Merkblatt B7

Vereinfachtes Verfahren, wird in vielen Anwendungen heute durch EN 1591-1 ergänzt oder ersetzt

Historisch, deutschsprachiger Raum

Was HP-Dichtungen zur Flanschauslegung nach EN 1591-1 beiträgt

  • EN-13555-Dichtungskennwerte für Ihre Berechnung

    Wir liefern Dichtungen, für die normierte EN-13555-Kennwerte vorliegen — Grundlage für jede EN-1591-1-Berechnung.

  • Technische Beratung zur Dichtungsauswahl

    Welche Dichtung welche Dichtheitsklasse erreicht, welche Kennwerte sie hat — wir unterstützen bei der Entscheidung.

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    Für emissionsrelevante Anlagen (TA-Luft VDI 2440, TRBS) werden häufig hohe Dichtheitsanforderungen gestellt, die sich mit geeigneten EN-13555-Kennwerten nachweisen lassen.

Häufige Fragen zu EN 1591-1

Warum brauche ich EN-13555-Kennwerte für EN 1591-1?

EN 1591-1 berechnet, wie viel Schraubenkraft benötigt wird, damit die Dichtung im Betrieb dicht bleibt. Dafür braucht die Berechnung genaue Informationen über das Verhalten der Dichtung: wie viel Druck sie braucht, wie viel sie verträgt, wie sie sich bei Temperaturschwankungen verhält. Diese Daten sind die EN-13555-Kennwerte — ohne sie ist keine belastbare Berechnung möglich.

Muss ich EN 1591-1 für jede Flanschverbindung anwenden?

Nicht zwingend für jede Verbindung. Bei Standard-Flanschverbindungen mit genormten Dichtungen und Schrauben reicht oft eine qualifizierte Auswahl nach Hersteller-Auslegungstabellen. EN 1591-1 wird häufig angewendet, wenn Flanschverbindungen rechnerisch nachgewiesen werden müssen — beispielsweise bei komplexen Druckanlagen, erhöhten Temperaturen oder besonderen Dichtheitsanforderungen. Ob ein rechnerischer Nachweis erforderlich ist, richtet sich nach den geltenden Regelwerken und Projektvorgaben.

Was ist die Dichtheitsklasse und wie wähle ich sie?

Die Dichtheitsklasse L (L0.01 bis L1.0) gibt an, welche maximale Leckagerate die Verbindung haben darf. Für normale Wasseranlagen reicht L1.0. Für Dampf, Kohlenwasserstoffe oder emissionsrelevante Medien nach TA-Luft werden häufig höhere Dichtheitsanforderungen gestellt — die konkrete Anforderung ergibt sich aus den jeweiligen Regelwerken und Projektvorgaben.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen technischen Information und stellt keine verbindliche Auslegung der genannten Normen oder Standards dar. Verbindlich sind ausschließlich die jeweils gültigen Originalfassungen der entsprechenden Normen sowie die Anforderungen des jeweiligen Anwendungsfalls. Für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte wird keine Haftung übernommen.